Diese Seite könnte auch heißen, Herkunft und Bedeutung des Familiennamens Romstedt, Rommstedt, Romstädt oder Ramstedt, denn alle diese Familien haben dieselben Wurzeln. Diese Wurzeln reichen zurück zu dem Ort Romstedt (heute 99510 Großromstedt) im Weimarer Land in Thüringen.

Der Ort Großromstedt wurde 876 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war der Ort ein Rundling und hatte nur einen Ortseingang. Am Rande standen die Scheunen und innen die Wohnhäuser.
Der Ortsname entwickelte sich von Romstat über Rumstete (1235), Westernrumstete (1261), Rommstete (1304), Romstete (1378) zum heutigen Großromstedt.
Der nur rd. ein Kilometer entfernte Ort Kleinromstedt ist der jüngere von den beiden Orten und muss als ursprüngliche Ausbausiedlung von Großromstedt verstanden werden.
Die Orte gehörten im Mittelalter zu der Gräflich Kirchbergschen Herrschaft Capellendorf.
Der Ort Großromstedt hat heute 240 Einwohner (Stand: 1997) und gehört zur Gemeinde Saaleplatte. Er hat landwirtschaftlichen Charakter mit einer Nutzfläche von 435 ha. Großromstedt hat einen regen Feuerwehrverein, der alle kulturellen Veranstaltungen organisiert.
Das im Ortsnamen vorkommende Grundwort -stedt ist mit seinen Varianten -stadt, -statt und -stetten überaus häufig in Ortsnamen zu finden. Zurückzuführen ist es auf halthochdeutsch stati und der Bedeutung "Ort, Stätte, Stelle, Platz". Die Bedeutungsverschiebung auf "größere Ansiedlung", wie sie in neuhochdeutschem Stadt vorliegt, fand erst in jüngerer Zeit statt.
Ein solcher "Ort, Stätte, Stelle, Platz" wird im Ortsnamen Romstedt durch den Personennamen Hruam näher bestimmt. Dieser erscheint seit dem 8. Jahrhundert auch als Ruam, Ruom, Röm und Roami und erklärt sich durch althochdeutsch hröm, hruom als "der Ruhmreiche". Er zeigt sich auch heute noch in den Familiennamen Rohm, Röhm und Rom.
Eine Fügung wie Hruams stati = "des Hruoms Ort" wurde als Ortsname Hruamsstati fest und entwickelte sich über Romstat, Romstet zur heutigen Ortsnamenform weiter.
Die daraus entstandenen Familiennamen Romstedt, Rumstedt usw. bedeuten also "der aus Romstedt Kommende" und ist ein sog. Herkunftsname.
Herkunftsnamen bildeten sich aufgrund starker Binnenwanderungen im Mittelalter heraus, als ein Großteil der ländlichen Bevölkerung in die nächstgelegenen Städte zogen, oft aber auch nur in das nächstgelegene Dorf. Hier wurden solche Zugezogenen gern mit dem Namen ihre Heimatortes benannt. Herkunftsnamen finden sich typischerweise also nicht im betreffenden Ort selbst, sondern außerhalb, meist in geringer Entfernung. Der Ortsname wurde dem Rufnamen der Person einfach angefügt (z.B. Johannes von Kölln > Familienname Kölln), oder zusätzlich mit der Endung -er versehen (z.B. Johannes der Köllner > Familienname Köllner).
Die unterschiedlichen Schreibformen des Familiennamens wurden dadurch gebildet, dass der Familienname meist mündlich überliefert und von den jeweiligen Kanzleischreibern nach Gehör niedergeschrieben wurden, wobei dialektale und mündliche Aussprachevarianten in die Schreibweise einflossen. Der Kanzleischreiber schrieb den Namen, wie er ihn hörte. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es keine feste Regeln für die Schreibung von Familiennamen, weshalb diese auch innerhalb einer Familie variieren.
Der Name findet sich im 16. und 17. Jahrhundert in der Schreibweise Rombstedt, seltener Rambstedt. Im 18. Jahrhundert herrscht Ramstedt vor, woraus um die Mitte des 19. Jahrhunderts Rammstedt wird.
Die frühesten Aufzeichnungen über Namensträger im thüringischen Ursprungsgebiet finden sich an folgenden Stellen:
1218, 1256, 1284: Ranstede (Urkunden in den Staatsarchiven Dresden, Rudolstadt, Magdeburg).
1363: Sophna von Romstete, Nonne in Kapellendorf (Staatsarchiv Weimar).
1424: Conradus Ramstetis von Apolda (Matrikel der Universität Erfurt).
1448: Romstet (Brückenkopfrechnung im Ratsarchiv Jena).
1493: Andr. Ramestedt fr. de Hallis (Matrikel der Universität Leipzig).
1499: Hans Romstet (Rechnungsamt Jena).
1583: erste Erwähnung im Kirchenbuch von Sulzbach, Oberndorf und Herressen.
1588: erste Erwähnung im Kirchenbuch von Lehnstedt bei Weimar.
1647: Heinrich Ramstedt von Weimar, Student in Jena.
1655: Namensträger in Naumburg.
Seit Anfang des 17. Jahrhunderts zahlreiche Rombstedt im Kirchenbuch von Weimar.
Der Begründer der Rumstedt-Linie könnte Johann Karl Wilhelm sein, der 1794 als Romstaedt in Naumburg geboren wird und als Rumstedt 1863 in Voigtstedt stirbt. Alle heutigen Rumstedt haben ihn in ihrer Ahnenliste.
Die Familie Ramstedt führt ein Familienwappen. Das Wappenmotiv geht zurück auf einen im Jahre 1925 im Staatsarchiv Magdeburg auf einer Urkunde gefundenen Siegelabdruck mit den Initialen "J.G.R." und der Unterschrift "Johann Gordian Rambstedt". Das Wappen zeigt im Schild und als Helmzier ein Herz mit drei Nägeln.

Für die anderen Familienzweige konnten bisher keine Familienwappen gefunden werden.
Bekannte Namensträger der Familie sind nachfolgende Personen:
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